Plötzlich ohne festen Caddy, sportlich unter Druck – und dann gelingt ausgerechnet mit dem eigenen Coach am Bag die erhoffte Wende: Marcel Schneider ist zu Gast bei Tee Time.
Jens Zielinski trifft den deutschen Tourprofi beim BMW Golf Cup Regionalfinale auf der Anlage von WINSTONgolf. Marcel spricht offen über eine Saison, in der oft nur Kleinigkeiten zwischen Erfolg und Enttäuschung liegen. Am Ende der vergangenen Saison fehlte ihm ein einziger Schlag zum großen Finale. In diesem Jahr wollte vor allem auf den Grüns lange nichts fallen – während der Blick auf die Tourkarte zunehmend für Druck sorgte.
Nach dem Turnier in München kam dann die nächste überraschende Nachricht: Sein Caddy wollte eine Pause vom Tourleben einlegen. Marcel dachte kurz über fünf Wochen Auszeit nach, entschied sich aber für das genaue Gegenteil. Gemeinsam mit seinem Coach flog er spontan in die USA. Die ungewöhnliche Kombination funktionierte: Ein Top-10-Ergebnis in der Dominikanischen Republik und eine kleine Veränderung bei der Haltung über dem Ball brachten Selbstvertrauen und Putt-Gefühl zurück.
Marcel erzählt außerdem, weshalb das Leben auf der DP World Tour deutlich weniger glamourös ist, als es von außen wirkt: ständiges Reisen, hohe Kosten, sechsstündige Trainingstage, verpasste Cuts und jede Woche eine komplett neue Organisation.
Dazu gibt es reichlich Geschichten aus dem Tourzirkus: eine verschlossene Tiefgarage und ein Blechschaden in Dänemark, Stahlspikes auf frisch verlegtem Parkett, eine Kinowoche in Bahrain und die komplizierte Suche nach einem neuen Caddy.
Zum Abschluss wird es technisch: Marcel erklärt, warum der Ball in Crans-Montana je nach Temperatur bis zu 14 Prozent weiter fliegt – und weshalb das Auge einem trotzdem ständig sagt, dass man den falschen Schläger in der Hand hält.
Eine ehrliche, unterhaltsame und ungewöhnlich persönliche Folge über den Kampf um die Tourkarte, das Vertrauen in die eigene Leistung und die Realität hinter den Kulissen des Profigolfs.