Zwei Männer mit Metalldetektoren stehen 1999 auf einem flachen Hügel in Mitteldeutschland. Das Ding schlägt aus. Was sie ausgraben, verkaufen sie für 31.000 Mark. Sie ahnen nicht, dass sie gerade eine Weltsensation in der Hand halten. Unbezahlbar. Und älter als fast alles, was wir über dieses Europa zu wissen glaubten.Jochen war in Saale-Unstrut. Einer Region, die ihn komplett umgehauen hat. Er sitzt in einem winzigen Café in Naumburg vor Patisserie, die aussieht wie aus Japan. Er steht im tausende Jahre alten Naumburger Dom vor Uta, die Umberto Eco die sc...
Zwei Männer mit Metalldetektoren stehen 1999 auf einem flachen Hügel in Mitteldeutschland. Das Ding schlägt aus. Was sie ausgraben, verkaufen sie für 31.000 Mark. Sie ahnen nicht, dass sie gerade eine Weltsensation in der Hand halten. Unbezahlbar. Und älter als fast alles, was wir über dieses Europa zu wissen glaubten.
Jochen war in Saale-Unstrut. Einer Region, die ihn komplett umgehauen hat. Er sitzt in einem winzigen Café in Naumburg vor Patisserie, die aussieht wie aus Japan. Er steht im tausende Jahre alten Naumburger Dom vor Uta, die Umberto Eco die schönste Frau des Mittelalters nannte und die bei Disney zur bösen Königin wurde. Er sitzt abends in den Weinbergen und schaut auf rote Dächer und ein Tal, das sich langsam entschleiert als grandioses Reiseziel.
Und dann ist da diese goldene Scheibe. Die Himmelsscheibe von Nebra. 3700 Jahre alt, die älteste konkrete Darstellung des Himmels, die die Menschheit kennt. Gefunden genau hier - mitten in Deutschland.
Kommt mit nach Saale-Unstrut, nach Thüringen und Sachsen-Anhalt. In Folge zwei geht es weiter nach Jena.
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📍 Diese Folge entstand mit freundlicher Unterstützung der Saale-Unstrut-Tourismus GmbH und ihren Partnern.
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WELTGESCHICHTE & KULTUR
- Himmelsscheibe von Nebra / Arche Nebra — Besucherzentrum in Form der goldenen Sonnenbarke am Fundort (Wangen bei Nebra), mit Planetarium und Panoramablick zum 30m-Aussichtsturm auf dem Mittelberg. Das Original liegt im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle.
- Naumburger Dom — rund 1000 Jahre alt, seit 2018 UNESCO-Welterbe; im Westchor die berühmte Uta vom „Naumburger Meister", dazu Glasfenster von Neo Rauch in der Elisabethkapelle.
- Nietzsche-Haus Naumburg — kleines Museum in der Kindheits- und Jugendstadt von Friedrich Nietzsche.
- Buch-Tipp: „Die Himmelsscheibe von Nebra" von Harald Meller & Kai Michel — der wissenschaftliche Krimi zum Fund.
GENUSS & CAFÉS
- Café Lavendelblüte (Steingasse, Naumburg) — winzige Patisserie von Annalena Jaenicke (gelernt u.a. bei Johann Lafer), fast nur mit Fruchtzucker gearbeitet, optisch auf Japan-Niveau.
- 51° – Eat & Weinbar (Freyburg) — kreative Küche mit Weinbegleitung (z.B. geräucherte Forelle, Soba, Kimchi, Erdbeere; Miso-Risotto mit Pimientos de Padrón).
- Steingasse Naumburg — eine der schönsten Gassen der Stadt, mit altem Handwerk (Töpferei, Bürstenmacher) und Cafés.
WEIN & AUSSICHT
- Weinregion Saale-Unstrut — eine der nördlichsten Weinregionen Deutschlands, überwiegend Weißwein (Müller-Thurgau, Weißburgunder, Silvaner, Riesling); benannt nach den Flüssen Saale und Unstrut.
- Rotkäppchen Sektkellerei / Erlebniswelt (Freyburg) — Deutschlands größte Sektmarke; interaktive Ausstellung in den historischen Kellern, Bar und Terrasse mit weitem Blick über die Region.
- Schloss Neuenburg (Freyburg) — Höhenburg über der Weinstadt Freyburg, der „Toskana des Nordens".
ÜBERNACHTEN
- Weinberghotel Edelacker (Freyburg) — 4-Sterne-Hotel in den Weinbergen nahe Schloss Neuenburg, Terrasse und Panoramazimmer mit Blick ins Tal, gutes Restaurant.
MEHR GESCHICHTE (Klöster, Schlösser, Schlachtfeld)
- Kloster & Kaiserpfalz Memleben — stiller Ort im Unstruttal, an dem die Herrscher Heinrich I. († 936) und Otto der Große († 973) starben; Klostergarten, romanische Krypta, Übernachtung möglich.
- Schloss Neu-Augustusburg / Museum Weißenfels (Weißenfels) — frühbarocke Residenz (bis 1746) mit Schlosskirche und Fürstengruft (Prunksärge); beherbergt das international bekannte Schuhmuseum, aktuell mit einer Sonderausstellung des israelischen Schuhkünstlers Kobi Levi (noch bis Anfang 2027).
- Museum Lützen 1632 — moderner Dämmbeton-Neubau (2024) am Schlachtfeld der Schlacht bei Lützen (Dreißigjähriger Krieg, bis zu 9.000 Tote, der Schwedenkönig Gustav II. Adolf fiel). Im Zentrum: das 2011 geborgene Massengrab, ein eindringliches Mahnmal gegen den Krieg.
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