Freitag, 7. November 2025, gegen 16.45 Uhr. Ein Mann taumelt aus einem Einfamilienhaus in einem kleinen Ortsteil von Schladen. Er hat schwere Verletzungen an Kopf und Oberkörper. Passanten alarmieren die Rettungskräfte. Kurz darauf flutet Blaulicht den Landkreis Wolfenbüttel.
Mehr als eine Woche später informiert die Staatsanwaltschaft Braunschweig die Öffentlichkeit. Was in dem Dorf mit 367 Einwohnern geschehen ist? Ein versuchter Mord, teilt sie über ihren Sprecher Christian Wolters mit. Der Verdacht richtet sich gegen die Noch-Ehefrau (26) des 32-Jährigen. Sie habe ihren Ehemann von hinten mit hochkonzentrierter Ameisensäure übergossen.
Doch war der Angriff geplant? Oder war alles nur ein tragischer Unfall, wie die Angeklagte später vor Gericht behauptet? Im Prozess vor dem Landgericht Braunschweig prallen zwei völlig unterschiedliche Versionen des Geschehens aufeinander. Dazu kommen widersprüchliche Aussagen, belastende Spuren und ein mutmaßliches Motiv, das für Entsetzen sorgt.
Das Opfer überlebt – doch die Folgen begleiten Frederik F. bis heute. Mehrere Operationen, schwere Verätzungen und der Verlust seines Augenlichts haben sein Leben für immer verändert. Gleichzeitig muss das Gericht klären, was an jenem Novembertag tatsächlich im Keller des Hauses in Schladen geschah.
In dieser Folge von Tatort Niedersachsen rekonstruiert Kriminalreporter Erik Westermann mit Redakteurin Stine Hasenforther einen der ungewöhnlichsten Gewaltfälle der vergangenen Jahre. Ein Fall über eine zerbrochene Beziehung, schwerwiegende Vorwürfe – und die Frage, wie aus einem Besuch bei den Kindern ein mutmaßlicher Mordversuch werden konnte.
Die Berichterstattung von Erik Westermann zum Fall findet ihr auf Braunschweiger-Zeitung.de!
Sein preisgekröntes Dossier zum Justizskandal von Goslar findet ihr ebenfalls auf Braunschweiger-Zeitung.de unter „Josephine R. – die Geschichte des Braunschweiger Justizirrtums“.
Hier finden Opfer von Gewalt Hilfe:
Weisser Ring e.V. Schnelle und direkte Hilfe für Opfer von Kriminalität.
Sachkundiger und anerkannter Ansprechpartner für Fragen der Opferhilfe und des Opferschutzes. Onlineberatung: https://weisser-ring.de/hilfe-fuer-opfer/onlineberatung, Telefon: 116 006
Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“. Telefon: 116 016 (24 Stunden am Tag besetzt)
Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“. Telefon: 116 111
Hilfetelefon bei sexualisierter Gewalt. Telefon: 0800 22 55 530
Trauma-Netzwerk. Telefon: (05121) 304-741 oder per E-Mail: Trauma-Netzwerk@ls.niedersachsen.de
Netzwerk ProBeweis (anonyme und kostenlose Spurensicherung für Opfer von Gewalttaten). Online unter https://probeweis.mhh.de/
https://probeweis.mhh.de/partnerkliniken und als Gewaltbetroffene.
Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) https://www.polizei-beratung.dehttps://www.polizeifuerdich.de/
Ihr selbst habt Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Suizidgedanken – oder kennt jemanden, den oder die eine psychische Erkrankung beschäftigt? Es gibt Hilfe. Professionelle Beratung – rund um die Uhr und kostenfrei – bietet etwa die Telefonseelsorge unter den Rufnummern (0800) 1110111, (0800) 1110222 und 116 123 oder per Mail und Chat an.
Live-Crime-Talk: Karten für den nächsten Crime-Talk im Medienhaus mit Holger Kunkel am 7. Oktober 2026 gibt es im Vorverkauf hier.