Jochen und Anja verlassen für eine Folge die halbwegs befestigten Wege des hiesigen Trash-Fernsehens und schlagen sich in ein Gebiet vor, das sie bislang wohlweislich aus der Ferne gemieden haben: „Amore unter Palmen“. Ohne Format-Vorwissen, aber mit einer inneren Warnweste ausgestattet, analysieren sie jene Folge, in der Manuela, uns bekannt aus dem österreichischen „Forsthaus Rampensau“, einen Bund fürs Leben schließt, dessen statische Belastbarkeit hier ausdrücklich nicht Gegenstand einer Prognose sein soll.
Das Prinzip der Sendung: Österreicherinnen reisen in meist afrikanische Länder, um dort nach der Liebe zu suchen – und das Format schaut ihnen dabei auf eine Weise zu, die sehr schnell nicht mehr nur altmodisch, sondern kolonial grundiert wirkt. Das Machtgefälle steht so sichtbar im Raum, dass es eigentlich eine eigene Bauchbinde bräuchte. Vieles, was offenbar als amouröses Abenteuer gemeint ist, bekommt dadurch den Beigeschmack eines Urlaubsprospekts, der die Menschen vor Ort gleich mit ins Ausflugspaket gerechnet hat.
Jochen und Anja halten trotzdem durch, denn auch die finsteren Niederungen gehören nun einmal zur Vermessung des Genres. Danach aber huschen sie nächste Woche zügig zurück in erträglichere Trash-Gefilde, schütteln sich kurz und stellen fest: Unter den Palmen fand sich wenig Amore, dafür umso mehr mindestens unbehagliches Rumoren.
Sendepause Fehlanzeige - intim ist ein Podcast von Ooohnscha und SchohSchoh
Produktion und Hosts: Anja Rützel und Jochen Schropp
Schnitt: Anne Kanzler
Cover: Miguel Martin und Markus Gisin
Jingle: Herwig Zamernik