Gast: Techjournalist Gregor Schmalzried Was haben Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, Bundesdigitalminister Karsten Wildberger und Ex-Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff gemeinsam? Sie alle haben Texte in deutschen Medien veröffentlicht, die offenbar maßgeblich von einer KI verfasst worden waren. Und seitdem diese Fälle an die Öffentlichkeit gekommen sind, diskutiert die Branche darüber, wie ein legitimer Gebrauch von Künstlicher Intelligenz im Journalismus eigentlich aussehen könnte.
Dabei geht es nur auf den ersten Blick darum, ob Journalisten KI bei der überhaupt Textarbeit einsetzen dürfen oder nicht. Schließlich nutzen heute die meisten Redaktionen bereits verschiedene KI-Tools. Die entscheidende Frage lautet: „Was macht Journalismus eigentlich im KI-Zeitalter noch aus?“ Reicht es, eigene Recherchen oder Gedanken in ein Sprachmodell einzugeben? Oder ist so etwas wie direkte Autorenschaft ein zwingendes Kriterium journalistischen Arbeitens?
„Der Journalismus definiert sich sehr darüber, dass wir menschliche Kompetenz zugänglich machen, dass wir eine menschliche Arbeit machen“, sagt der Techjournalist Gregor Schmalzried. „Und diese Arbeit unterscheidet sich von dem, was ein Chatbot raushaut. Wenn das aber im Endprodukt nicht mehr unterscheidbar ist, wozu brauche ich dann den Journalismus noch?“
Warum das Ergebnis häufig eben doch noch unterscheidbar ist, wieso automatisiert erstellte Texte trotzdem nicht das Ende des Journalismus bedeuten und welche Frage in der KI-Debatte wirklich wichtig wäre – darüber spricht Schmalzried in einer neuen Folge von „Holger ruft an“ mit Host Holger Klein.
Der Gesprächspartner: Gregor Schmalzried ist Journalist und KI-Berater, Host und Teamlead von „Der KI-Podcast“ (ARD) sowie Buchautor von „Wir, aber besser“ (Goldmann Verlag). Er ist Lehrbeauftragter für Generative KI an der Hochschule Landshut und wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet.
Der Host: Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen.
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